Das Grundeinkommen ist wie Fahrradfahren

wenn man aufhört sich vorwärts zu bewegen, fällt man um. Vor zweihundert Jahren erfand Carl von Drais das Konzept des Fahrrads: Zwei Räder, ein fester Rahmen und ein Lenker. Am Anfang fanden diese Erfindung nur  die damaligen eher reichen Hipster toll. Dass dieses Konzept eine der besten Erfindungen der Menschheitsgeschichte ist und sein wird, war damals noch nicht abzusehen. Doch gab es immer wieder Visionäre, die dieses Konzept aufgriffen, Dinge drumherum erfanden, Ideen verwirklichten und zum Durchbruch verhalfen. Die Entwicklung zum Fahrrad, so wie wir das heute kennen, ist das Ergebnis von Prozessen internationaler (globaler) Zusammenarbeit. Niemand würde von Drais‘ Laufmaschine  mit einem modernen Bike gleichsetzen wollen, und wer meint, dass die jetzigen Bikes das Ende der Entwicklung markieren, täuscht sich. Und doch stand v. Drais Entwurf  am Anfang aller Entwicklung.  Sie war,  zunächst nur eine Idee, ein Gedanke, der sich so gar nicht in der Wirklichkeit spiegelte. Ähnlich wie heute das Grundeinkommen. Die Idee ist da, noch begreifen eher wenige, wie stark sie sein könnte. Und ähnlich wie beim Fahrrad, läßt sich keine endgültige, feste Form ableiten, wie das Grundeinkommen einmal aussehen wird. Das Grundeinkommen kann nur als gemeinsamer, demokratischer Prozess mit einer offenen Entwicklung gedacht werden.  Das sei all jenen gesagt, die meinen, man müsse ein fix und fertiges Konzept zum Grundeinkommen vorlegen, bevor man überhaupt darüber diskutieren könne. Welch ein Irrtum?

Kommentare sind geschlossen.