Film und Gespräch

Armut im Alter ist ein wichtiges soziales Thema in dieser Zeit. Wie kann es sein, dass in einem sehr reichen Land ältere Menschen verarmen und wie sieht der Alltag dieser Menschen aus? Im Großen Saal des Nachbarschaftshauses Gostenhof wird zu diesem Thema am 15.11. der Film der Medienwerkstatt „.zum Leben zu wenig.“ aufgeführt.    Die Filmemacherin Vanessa Hartmannund die Protagonisten Lore Kirsch und Jürgen Endreß werden Vorort sein.

Die Inititiative e.V. wird mit einem kleinen Stand und Informationen zum Grundeinkommen sowie an der Diskussion um das Thema Altersarmut teilnehmen.

Also merkt euch den Termin vor und kommt vorbei!

Wann:
15. November 2016 um 17:00 – ~20:30
Filmstart um 18:00
Wo:Nachbarschaftshaus Gostenhof
Adam-Klein-Straße 6
90429 Nürnberg

Kaisers neue Kleider

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Im Märchen ist es ein Kind, dass das gemeinschaftliche Trugbild in Gelächter auflöst. Obwohl jede*r es sehen konnte, wollte es doch keiner wahrhaben: der Kaiser war nackt.  Und ein nacker Kaiser ist keine respektvolle Erscheinung. Ähnlich geistig nackt- ohne Konzept- stehen derzeit unsere Politiker dar.  Sie tragen den Anzug eines Sozialstaats auf, der, nach über 120 Jahren, so fadenscheinig ist, das er aus Luft gewirkt scheint.

Sie spinnen derzeit viele Fäden über die Zukunft der Arbeit, über den Wegfall von Arbeitsplätzen, über den Mangel an Arbeitskräften in Gesundheitssystem und Bildung, über neue Formen der Arbeit ohne feste Stundenzahl, über die zahlreichen Start up Unternehmer, die sich nicht in eine reguläre Erwerbstypographie einorden lassen. Viel unsichtbarer Stoff wird auch für die Finanzierung von Renten,  die Textur des Sozialstaats, der Infastruktur und der Bildung in einer älter und meistenteils ärmer werdenden Gesellschaft verwoben. Einer Gesellschaft, der mit einiger Sicherheit die Erwerbsarbeit – an der doch alles hängt- überwiegend abhanden gehen wird. Viel unsichtbares Gespinst wird auch hergestellt, wenn es um die alternativlose private Vorsorge geht , die absurderweise von gering Verdienenden und prekär Beschäftigten eine Sparleistung fordert, die eben diese niemals werden erbringen können.

Auch die Forderung nach einem völkischen  Nationalstaat ist so ein Hirngespinst.  Auf unselige Weise wird hier mit dem ausgrenzenden Nationalstaat das Fortbestehen des Sozialstaates verwoben. Wenn wir uns nur „die Fremden“ vom Halse schaffen, bleibt genug für „uns“ über. Welch ein Irrtum.

Bei all diese Themen gockeln die meisten Politiker und Parteien  in scheinbar prächtigen Gewändern durch die Lande und stehen doch weitgehend nackt dar. Das scheint auch einigen öffentlich-rechtlichen Journalisten und Medien aufzufallen. In der Themenwoche Zukunft der Arbeit  wird ernsthaft und kritisch auch das Grundeinkommen mitdiskutiert. Das ist ein Fortschritt, zweifellos.

 

 

Des Pudels Kern

So wie sich bei Goethes Faust der Teufel hinter der Fassade eines Pudels versteckt, so wähnt Kritiker_in  hinter dem Grundeinkommen meist den Teufel  Zerstörung des Sozialstaats oder wahlweise den Neoliberalismus.  Nein, des Pudels Kern steckt viel mehr im Festhalten an alten Ideen. Nichts ist ohnmächtiger als eine Idee deren Zeit vorüber ist.

Pro & contra bedingungsloses Grundeinkommen in 3 sat

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2859542/Bedingungsloses-Grundeinkommen?flash=off

1. Bericht zur Gründung der Partei „Bündnis Grundeinkommen“

Das Parteiprogramm passt auf eine DIN-A4-Seite : Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens nach den 4 Kriterien des Netzwerks Grundeinkommen.

bgr

Die neue Partei will bereits bei der Bundestagswahl 2017 bundesweit um Zweitstimmen werben. Bis Ende des Jahres sollen in allen 16 Bundesländern Landesverbände gegründet und Landeslisten für die Bundestagswahl 2017 aufgestellt werden – in Bayern sogar bis Ende Oktober. Dazu müssen insgesamt 27.678 Unterschriften von Wahlberechtigten gesammelt und beglaubigt werden.

Da gibts also noch ne Menge Arbeit.

https://www.grundeinkommen.de/27/09/2016/bge-partei-im-eiltempo-gegruendet.html

Was sich sonst so tut.

Deutschland bekommt seine allererste Grundeinkommenspartei

https://krautreporter.de/1609-deutschland-bekommt-seine-allererste-grundeinkommenspartei

Wir unterstützen das Projekt und werden in Zukunft hoffentlich mehr darüber berichten können.

Gundeinkommen kurz erklärt

https://www.grundeinkommen.de/21/09/2016/neuer-film-grundeinkommen-kurz-erklaert.html

Schön animierter Kurzfilm von Attac Deutschland. In knapp vier Minuten erklärt er, was ein bedingungsloses Grundeinkommen ist.

Schichtwechsel: Schicht im Schacht für menschliche Arbeit?

Schicht im Schacht ist eine  Redensart aus fast vergangener Zeit:  Wenn Schicht im Schacht war, sollte der Bergmann entweder im Stollen oder über Tage sein. War er im Stollen, verpasste also den Aufzug zum Schichtende, mußte er unten bleiben.  Ähnliches könnte unserer Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgeht, drohen, wenn die Roboterisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt den erwartbaren Verlauf nimmt. Das zeigt der Film“Schichtwechsel, die Roboter übernehmen“ von Klaus Martens deutlich. Roboter und Computeralgorithmen rütteln an den Grundfesten der bisherigen Arbeitsgesellschaft. Sehenswert!

Ohne Grundeinkommen werden in naher Zukunft viele „unten“ bleiben müssen, im Schacht von Armut und prekärer Beschäftigung.

http://arte.gl-systemhaus.de/am/tvguide/ALL/055859-000-A_EQ_1_VOA-STA_02493784_MP4-1500_AMM-Tvguide.mp4

Alternativ wird der FIlm bei Arte am 4.10. um 9:20 Uhr wiederholt; er bleibt dort Online vom 13. September bis zum 12. Dezember 2016 abrufbar.

 

Finanzierung? Ein Beitrag von Ralph Boes

Ralph Boes beschreibt in diesem halbstündigen Video-Beitrag eine Methode, wie das Bedingungslose Grundeinkommen so eingeführt werden kann, dass sowohl die Menschen, die auf Erwerbsarbeitsplätze angewiesen sind, als auch die Menschen, die die Arbeitsplätze organisieren langsam daran gewöhnen können.

Ein durchaus diskussionswürdiger Ansatz.

Ein Gespenst geht um in Europa

Filmabend im kleinen Saal im Nachbarschaftshaus Gostenhof. Wir zeigen den Dokumentarfilm: Freigestellt- Die Zukunft der Arbeit von Claus Striegel (2012, 90 min.)  http://www.frei-gestellt.com/

…nein, es ist nicht der Kommunismus. Es ist das Gespenst der Angst vor einer Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit auszugehen droht. Angesichts von Digitalisierung, Automatisierung und Globalisierung scheint eins als relativ sicher: Die ARBEIT wird weniger und damit auch die Chance kontinuierlich eine Existenz durch Erwerbsarbeit sichern zu können. Der neoliberale Zwang zu Wettbewerb und Eigenvermarktung führt dazu, dass die Einen in strafvollzugsähnlichen Maßnahmen das Arbeiten ohne Arbeit trainieren und die meisten Anderen Angst vor diesem Abstieg haben und noch mehr strampeln. Armut im Alter, Armut bei Kindern, keine sicheren Arbeitsplätze für Berufsanfänger und jetzt auch noch die Konkurrenz durch Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen. Kein Wunder, dass die Angst rechtspopulistische Anschauungen salonfähig macht.
Der Film „Freigestellt“  von Claus Striegel, den wir euch zeigen wollen, begibt sich auf die Reise in eine Zukunft, die schon längst begonnen hat: das Ende der Arbeitsgesellschaft. Doch jedes Ende ist auch Ausgangspunkt für Ideen, Visionen und reale Modellversuche. Darüber möchten wir mit Euch im Anschluss diskutieren.

Freitag den 23.09.2016 im Nachbarschaftshaus Gostenhof -Kleiner Saal;  Adam-Klein-Straße 6 90429 Nürnberg .                                    Beginn um 19.30h, Einlass 19:15h

fimabend

Das neue I-Phone ist da, das Steuergeld nicht.

„Faszinierend“(Spock) ist das schon: Apple soll 13 Milliarden (13.000.000.000) Euro Steuern nachzahlen, weil es praktisch von 2003 bis 2014 keine Steuern in Irland oder anderswo bezahlt hat. Statt der in Irland schon sehr niedrigen 12,5 prozentigen Steuer soll Apple 2014 auf seine in Europa erzielten und in Irland gebündelten Gewinne nur 0,005 Prozent Steuern gezahlt haben. Es lohnt, sich das mal genauer vor Augen zu führen: .

Von je 1000 €  Gewinn wurden gerade mal 5 cent steuerlich abgegolten. 

Wahrlich ein Schnäppchen. Die EU-Kommission will das Geld eintreiben, die irische Regierung kritisiert dies. Und wenn man jetzt glaubt verrückter wird es nicht mehr, wird man doch eines Besseren belehrt. Parlament und Regierung wollen  juristisch gegen die Entscheidung der Kommission vorgehen.

Noch wilder ist die Begründung: man beißt nicht den Apfel, aäh sorry die „Kartoffel“ (irischer Finanzminister) an, die man in den Boden pflanzen will.

Abgesehen davon , dass es eine sehr spezielle Kartoffel des irischen Finanzministers sein muss, wenn sie 11 Jahre im Boden verweilt ohne die geringste Aussicht auf Ertrag. Jeder Bauer würde das Unkraut entfernen. Nein, was er damit sagen will ist: Apple bringt der Insel 2500 Arbeitsplätze. Rechnen wir das mal nach:  11 Jahre durch 13 Mrd. € macht ungefähr  1,182 Milliarden € pro Jahr für 2500 Arbeitsplätze. Das sind dann

~472 800 € pro Arbeitsplatz und Jahr.  Das ist rekordverdächtig. Ein Arbeitsplatz bei Apple wird vom irischen Staat mit fast einer halben Millionen Euro subventioniert. Oder anders: Der irische Staatsbürger arm und hoch verschuldet, leistet es sich an Apple monatlich ~39.400€ pro Mensch zu zahlen, dafür, dass dieser für Apple arbeitet. Die Menschen in Irland zahlen also Geld dafür, dass sie arbeiten dürfen. Wahrlich, das ist ein paradiesisches Geschäft.

Ganz im Ernst: Ein bedingungsloses Grundeinkommen käme billiger!

Und jetzt noch für die Zahlenverliebten:~472 800 €  oder in Kartoffeln (Erzeugerpreis) ausgedrückt: 3.152.000 kg oder 3152 Tonnen Kartoffeln pro Arbeitsplatz /p.a.    Im Schnitt kommen auf ein Kilo Kartoffeln 18 Knollen (Bioqualität). Damit läßt sich ein Fläche von 4 m² ansäen. Mit 3152 Tonnen Kartoffeln läßt sich also ein Fäche von 12.608.000 qm²  oder umgerechnet 12,61 Quadratkilometer bepflanzen. Für alle Arbeitsplätze von Apple wäre das ein Fläche von 31 tausend 525 km² mit Saat-Kartoffeln bestückt.  Das ist beinahe die halbe Gesamtfläche von Irland. Aber wie das Sprichwort so sagt:“Eine Kartoffel in der Hand ist besser als Millarden Kartoffeln im halben Land.“ o.s.ä.

 

Aus der Sommerfrische in den heißen Herbst:

 

Unsere Termine für die Woche des Grundeinkommens

  • 14.09.2016  Robot-co-working
  • 19.09.2016  Infostand
  • 23. 09. 2016 Filmabend

Es gibt viel zu tun (wie eigentlich immer), diesmal jedoch ganz konkret:

Nächste Woche montags am 19.09.2016,werden wir in der Karolinenstraße (bei Karstadt) einen Stand aufbauen. Damit beginnen wir um 11:55 h. Abbau soll  gegen 19:00h stattfinden Wir wollen dort über  Digitalisierung, Automatisierung, das Verschwinden der Arbeit und das bedingungslose Grundeinkommen informieren.

Mit am Start sollen unsere fantastischen Roboter sein.  Seid dem letzten Einsatz sind diese schon etwas eingerostet. Um diese nochmal richtig fit zu bekommen, wollen wir uns an diesem Mittwoch den 14.09.2016 ab 19:00h bei Brigitte treffen.  Atelier Kunst & Therapie Wodanstraße 5, RückGebäude  90461 Nürnberg.

Das führt gleich zum nächsten Termin: Am 23. 09. 2016 zeigen wir im  Nachbarschaftshaus Gostenhof im kleinen Saal den Film  “ Freigestellt “ von Claus Striegel  (http://denkmal-film.de/#freigestellt  und   http://frei-gestellt.com/kurz_und_knapp.html) Beginn ist 19:30h. Vorbereitung und Aufbau ab 18:30h.

„Oh, klingt gut. Was kann, was soll ich tun?“

Ganz einfach : Termine vormerken, kommen, andere informieren und einladen und vorbeikommen.